Was Persönlichkeitstests NICHT leisten können?

Drei wichtige Nachteile von Persönlichkeitstests

Die scheinbar eindeutigen Ergebnisse von Persönlichkeitstests lassen einem schnell glauben, eine Person einschätzen und ihr Verhalten vorhersagen zu können; quasi eine Bedienungsanleitung in der Hand zu haben, und zu wissen wie diese Person tickt.

Aufgrund meiner langjährigen diagnostischen Erfahrung kenne ich die Stärken und Schwächen der Tests und Potenzialanalysen, die ich in Beratungen einsetze. Doch mit zunehmender Beratungserfahrung bin ich immer vorsichtiger geworden in der Interpretation der Ergebnisse.

Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:

  1. Persönlichkeitstests zeigen wie sich jemand präsentiert und was er oder sie im Leben gelernt hat, aber nicht wie jemand ist.Die Ergebnisse bleiben an der beobachtbaren Oberfläche, ohne zu wissen welche Anteile davon bewusst und unbewusst sind, und damit weit vom ganzen zur Verfügung stehenden Potential einer Person entfernt.
  2. Persönlichkeitstests sagen nichts darüber aus, warum eine Person so geworden ist, sondern nur wie sie geworden ist.Die Ergebnisse liefern für die Beratung keine Hinweise, wie sich eine Person auf ein höheres Level weiter entwickeln kann und wo genau der Hebel anzusetzen ist. So zeigt eine geringe Durchsetzungskraft möglicherweise Entwicklungspotenzial in diesem Bereich, sie sagt aber nichts über die tieferliegenden, oft unbewussten Gründe, und damit brachliegenden Potentiale aus. Ein guter Coach mag dies an die Oberfläche bringen können, unabhängig von der eingesetzten Methode.
  3. Persönlichkeitstests geben keine Auskunft darüber wie entwickelt und selbstreflektiert eine Person ist; also auf welchem Bewusstseinslevel diese Person agiert.

    Das Ausmaß der Ausprägung in einer bestimmten Dimension sagt nichts über deren Qualität aus. Introversion kann, selbst wenn sie stark ausgeprägt ist, eine echte Beziehung zu sich selbst widerspiegeln und damit eine Stärke nach außen darstellen. Sie kann aber auch Flucht in den Rückzug sein und wird unbewusst gewählt. Diese für jeden Beratungs- und Coachingprozess so wichtige Information liefern quantitative Persönlichkeitsverfahren nicht.

    Besonders ausgeglichene Persönlichkeitsprofile, also Menschen, die keine extremen Ausprägungen zeigen, sind oft schwer einschätzbar. So kann eine Person über diplomatische Fähigkeiten auf hohem Niveau verfügen, bei einer anderen zeigt sich die Ausgeglichenheit als unbewusst gesteuerte Anpassungsbereitschaft, die überall mitgeht oder von einem Extrem ins andere fällt.

Die zugrundliegende lineare Logik dieser Testverfahren teilt den Menschen in eindimensionale beobachtbare Eigenschaften, die der Komplexität der menschlichen Psyche nicht gerecht werden. Die dargestellte Ebene blendet unbewusste Potenziale aus und wir wissen, dass uns nur ein kleiner Teil unserer Einzigartigkeit bewusst ist. Projektive Verfahren docken genau hier an. Leider haben kaum welche den Sprung in die Wirtschaft geschafft, auch deshalb weil die Methoden nicht an die unternehmerischen Ansprüche adaptiert wurden.

Auf der Suche nach Verfahren, die den qualitativen und quantitativen Zugang vereinen, habe ich die Symbolon Methode® entdeckt. Eine ganzheitliche Potenzialanalyse, die die bewusste mit der unbewussten Ebene verbindet und damit die Vorteile beider Ansätze nutzen kann. Das Symbolon-Profil ist an der Wirtschaft ausgerichtet und auch wissenschaftlich überprüft.

Es wird Zeit, dass auch im Personalmanagement oberflächlich messbare Eigenschaften um die tieferliegenden, essenziellen Kompetenzen erweitert werden, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.

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